Das Projekt:
Ziel
des Projektes ist, die Jahrgänge 1 (1896) bis 49 (1945) der satirischen
Zeitschrift Simplicissimus als
kontingente Quelle verfügbar zu machen. Um dem historisch interessierten
Benutzer nicht nur eine „unorganisierte“ Lektüre zu erlauben, sondern darüber
hinaus einen gezielten Zugang zu bestimmten Themenbereichen zu ermöglichen, hat
sich das Projekt die inhaltliche Erschließung des Gesamtbestandes zur Aufgabe
gemacht. Dafür wurden alle erwähnten Personen, Geographika und Institutionen,
historisch bedeutsame Ereignisse und auch, in vertretbarem Umfang, thematische
Stichworte in einem Begriffsthesaurus versammelt. Diese Datenbank ist nun seit
Juni 2008 im Internet verfügbar. Die Erschließungsdaten sind aktuell bis 1933,
die letzten Jahrgänge werden bis Ende 2008 bearbeitet sein.
Die
Besonderheit satirischer Beiträge liegt gerade darin, daß „das Gemeinte“ selten
einfach exponiert und beim Namen genannt wird, sondern umschrieben oder chiffriert,
indirekt oder nur durch Andeutung zur Sprache oder ins Bild kommt. Um diese
Nennungen zu erfassen, müssen bei der Verschlagwortung „implizite“ Nennungen
expliziert werden. Dieses Verfahren verläßt die eigentlich positivistische
Erschließung, wie sie normalerweise üblich und sinnvoll ist. Es muß bei der
Benutzung der Daten bedacht werden, daß mithin auch eine hermeneutische
Leistung der Bearbeiter in die Verschlagwortung einfließt und diese also nicht
frei von Wertungen sein kann.
Die
Verschlagwortung birgt auch die Möglichkeit in sich, die Stichworte wie einen
Kommentar zu benutzen, d.h. zum Beispiel die Namenszuweisung zur
Identifizierung einer gezeichneten Physiognomie oder die Themenstichworte als
Hinweis auf eine im ersten Zugriff schwerverständliche Anspielung zu lesen.
Dies verlangt eigentlich, daß alle Anspielungen erkannt und ihre Auflösung
korrekt erfolgt sind. Ob und inwieweit das Projekt einem solchen Anspruch
genügt, wird sich erweisen müssen. Jedenfalls bittet die Redaktion, im Falle
einer notwendig erscheinenden Korrektur oder sinnvollen Ergänzung um eine Kontaktaufnahme – die
Bearbeiter sind in jedem Falle für solche Hinweise dankbar und sagen
schnellstmögliche Reaktion zu.
Das
Projekt versteht sich als „Open Access“ und verfolgt keinerlei kommerzielle
Interessen, auch sind solche für keinen zukünftigen Zeitpunkt geplant.
Urheberrechte wurden nach bestem Wissen und Gewissen respektiert. Sollte eine
unwillkürliche Verletzung solcher Rechte unterlaufen sein, so bitten die
Projektverantwortlichen um Mitteilung, - der entsprechende Beitrag wird dann
unverzüglich maskiert.
Projektbeteiligte:
Dr. Michael Knoche, Herzogin Anna Amalia Bibliothek (HAAB), Klassik Stiftung Weimar
Prof. Dr. Axel Gellhaus, Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte, RWTH Aachen, Fachbereich 7
Prof. Dr. Hans Otto Horch, Lehr- und Forschungsgebiet Deutsch-jüdische Literaturgeschichte, RWTH Aachen, Fachbereich 7
Jutta Bendt, Deutsches Literaturarchiv Marbach (DLA)
Dr. Hans Zimmermann, Herzogin Anna Amalia Bibliothek (Projektleiter)
Als Vorlage für die Digitalisierung stand ein Exemplar des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA) zur Verfügung, das offenbar zum überwiegenden Teil dem Redakteur und Schriftleiter Hans Erich Blaich (alias Dr. Owlglaß) als Redaktionsexemplar gedient hat. Die wenigen Fehlstellen sowie einige Sondernummern wurden aus den Beständen der HAAB Weimar ergänzt. Den äußerst seltenen Kriegsjahrgang 1944 hat die Bayerische Staatsbibliothek zur Verfügung gestellt, bei der wir uns für die Zusammenarbeit bedanken. Einige Extraausgaben (z.B. die "Kriegsflugblätter"), die erst später zugänglich waren oder sind, werden baldmöglichst nachträglich digitalisiert und eingestellt.
Die Verzeichnisse und Listen sind ab dem
Jahrgang 45 nur aus unkorrigierten Rohdaten erstellt - es werden sich also
Unstimmigkeiten darin finden. Dennoch scheint eine Vorab-Publikation
gerechtfertigt, da die Daten dem Benutzer zumindest Anhaltspunkte liefern
können. Siglen und Pseudonyme sind hier nicht aufgelöst. Es versteht sich, daß
die Listen bis zur Fertigstellung des Projekts ständig ergänzt und erneuert
werden.
Durchführung der Rohdigitalisierungen durch MIK-Center GmbH Erfurt
Stand: April 2008